Burgen, Schlösser und künstliche Seen… letzter Tag
Nach einem Frühstück, in längst vergessener Jugendherbergsqualität, sind wir zum dritten und vorletzten mal die ca. 8 Km durch den Rennsteigtunnel gedüst und nach Suhl gefahren. Eigentliches Ziel ist das Waffenmuseum, das zur Zeit aber leider saniert wird und deshalb gibt es nur eine ausgelagerte Ausstellung auf Sparflamme. Sind einmal kurz durch die Innenstadt gestromert, die aber nicht weiter spektakulär ist. Die Verdopplung der Einwohnerzahl zur Zeit des Arbeiter- und Bauernstaates hat nicht gerade die architektonische Schönheit dieser Stadt zum Glänzen gebracht. Trotzdem gibt das Tal und die steilen Hänge der Stadt eine Qualität, die sich nicht vollkommen mit Plattenbauten verschandeln lässt. Wir sind jetzt am südlichsten Punkt dieses Kurztrips angekommen, nun geht es wieder nach Norden. Durch Stadtilm, mit seinem Viadukt, fahren wir nach Kranichfeld. Die Oberburg ist zur Hälfte Ruine und zur Hälfte saniert und restauriert. Dabei hatte sie die Jahrhunderte eigentlich ganz gut überstanden und ist erst 1934 abgebrannt, wahrscheinlich um dem bankrotten Besitzer
die Versicherungsprämie zu sichern. Die ersten Sanierungsversuche gehen noch auf die SS zurück, die hier für Himmler eine bescheidene Bleibe einrichten wollte. Ein Großteil der Arbeit wurde aber in der Zeit nach 1981 geleistet, als hier mit privatem Engagement dafür gesorgt wurde, dass der weitere Verfall aufgehalten und erste Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden konnten. Nächstes Ziel ist Weimar. Viel mehr Zeit als für eine thüringer Rostbratwurst und einen Stadtbummel haben wir nicht, diese Stadt zu erkunden wird ein anderes Kapitel werden. Die Wasserburg Kapellendorf entdecken wir eigentlich auch nur wegen einer der vielen Umleitungen, aber auch wenn sie eine der größten und ältesten erhaltenen Burgen sein soll, .. ich fand Andere eindrucksvoller. Einer weiteren Umleitung verdanken wir es, dass wir über Auerstedt fahren müssen. Bei vielen dürfte es jetzt Klick machen,.. ah da war doch was,.. genau: Die Schlacht bei Jena und Auerstedt! Nicht das man davon noch viel sehen würde, ist wie eh und je ein Acker, aber ein Schild am Straßenrand verführt mich dann doch zur Vollbremsung. Da steht “zum Denkmal für den braunschweigischen Herzog“.
Es handelt sich um Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig, besagter welcher jetzt gerade wieder – zusammen mit seinem Sohn – vor dem neuen Shopping-Schloß in Braunschweig aufgestellt wurde (und zuvor jahrzehntelang den Kennedyplatz bewacht hatte). Historisch Interessierte wissen vielleicht auch noch, dass er der Oberkommandierende der preußischen Armee bei besagter Schlacht war. Nicht ganz unumstritten, denn auch wenn er als militärisches Genie galt, der schon unter Friedrich dem Großen (im übrigen sein Schwager) gedient hatte,.. er war schon über 70 Jahre alt und man munkelt, dass er während der Schlacht ein kleines Nickerchen gehalten hat. Jedenfalls hat er sich dabei auch eine Gewehrkugel eingehandelt, an deren Folgen er auch kurze Zeit später
verstarb. Dem zum Gedenken steht nun auf diesem Acker, unter einem Baum, dieses Denkmal. Wer jetzt auf die Karte schaut, sieht das wir kurz vor Bad Kösen sind und dort wartet als krönender Abschluß die Rudelsburg. Wir geniessen also noch einmal den Blick über das Saaletal und auf Burg Saaleck und fliehen dann vor den heranrückenden Regenwolken Richtung Berlin!
Wir haben natürlich nur einen Bruchteil der Burgen und Schlösser in Thüringen gesehen, aber abgesehen davon, auch landschaftlich ist dieses Bundesland jederzeit eine Reise wert, spätestens zum nächsten Biathlonworldcup in Oberhof, hoffentlich…!

Wer mehr Fotos sehen will, hier sind sie!
Die Reiseroute gibt es hier
finis!







