Haben den Tag ersteinmal mit einem deftigen Fruehstueck begonnen, dass mich bis zum Ende des Tages mehr als saettiges sollte. Eigentlich nur ein Omlett nach Art des Hauses, aber das hatte es in sich. Von den Ausmassen her einer Calzone ebenbuertig und mit dem Sauerrahm einer Tagesproduktion Lettlands versehen war das wirklich mehr als ein Zahnlueckenfueller….
Das Wetter hat mitgespielt und die Sonne lacht vom Himmel, aber da unsere Rigacard nur noch bis Dienstag gilt und Montag die Museen geschlossen haben, sind wir als erstes durch das Kunstmuseum im alten Arsenal geschlendert (nur was fuer Fans von Zarina) und danach in das historische Museum. Man merkt gleich das Museen anschauen wohl eher ein deutsches Hobby ist (gerade bei dem Wetter), denn ausser uns sind dort nur deutsche Rentner unterwegs. Die Ausstellung an sich ist schon sehr interessant, aber bis auf eine DIN A4 Seite die am Eingang jeden Raumes ausliegt, sind alle Exponate nur in lettischer Schrift erklaert. Macht trotzdem nix, denn das meiste ist selbsterklaerend!
Danach also nun nocheinmal durch die Stadt nach Plan. Riga ist wirklich eine sehr schoene Stadt, die sehr durch den Jugendstil gepraegt ist, aber auch die deutsche Geschichte findet sich an der ein oder anderen Ecke. Schliesslich ist Riga einmal von Deutschen gegruendet worden, war Jahrhunderte lang unter deutscher Herschaft (unter den deutschen Ordensrittern oder als Teil des heiligen roemischen Reiches deutscher Nationen) und auch in der Zeit danach waren es zum grossen Teil die deutschstaemmigen Buerger die die Geschicke der Stadt beeinflusst haben. Die Baecker und Konditoren zaubern leckere Kuchen und genau dieser Name hat sich dann auch aus dem deutschen ins lettische heruebergerettet. Andere Aehnlichkeiten in der Sprache sucht man lange, vor allem weil an jeder Ecke auch russisch geredet wird.
Was faellt einem sonst in Riga ins Auge? Vor allem natuerlich die Frauen! Die haben sich schoen aufgebretzelt (es ist schliesslich auch noch Wochenende) und duerften bei dem Schuhwerk und der Relation von Aussentemperatur und Rocklaenge chronisch an Achillesehnenverkuerzung und diversen Blasenerkrankungen leider, aber schoen sehen sie aus!!!! Ueberhaupt scheint bei den sonst unueblichen Plusgerade hier Sommergefuehle ausgebrochen zu sein, denn auch 3/4 Hosen gehoeren schon zum Strassenbild! Auf die Theorie das die Osteuropaerinnen sich deshalb so auftakeln (und mehr auf ihre Figur achten als ihre westlichen GegenSTUECKE), weil sie alle hoffen sich einen reichen Mann zu angeln will ich nicht naeher eingehen, schliesslich ist sie auch nicht von mir (sondern von einer Russin!
. Ansonsten sieht man, dass sich auch hier langsam die Ketten jeglicher Coleur durchsetzen. Der Reisefuehrer schwaermt noch von den vielen Cafes die es in der Stadt gibt, aber was einem am ehesten ins Auge faellt sind die Gegenstuecke zu Star Bucks (die gibt es zum Glueck noch nicht) wie Coffee Nation, Double Coffee etc… Viele Spielhoellen gibt es auch und die Nachclubs haben alle die Aura von Bordellen, jedenfalls von aussen, da ich nicht alleine bin haben wir uns in keinen hineingewagt. Das mag aber auch täuschen, denn diese Etablissements werden hier Naktsbars genannt, was nur das lettische Wort fuer Nachtbar ist und wahrscheinlich nichts mit Nackedeis zu tun hat…
Erfreulich ist das man hier anscheinend jede Telefonzelle in einen Hotspot verwandelt hat. Habe mein Schlepptop zwar nicht dabei, aber an sich war das ja auch einmal eine Idee die die Telekom hatte. Wenn ich mich recht entsinne gab es am Hackeschen Markt in Berlin auch mal so einen Beta-Hotspot in Form einer Telefonzelle. Hier hat man das jedenfalls fleissig ausgebaut und so duerfte die Innenstadt komplett versogt sein.
Eine weitere sehr gewoehnungsbeduerftige Sache ist die lettische Waehrung der Lat(s). Nicht das der Name Probleme macht, aber zur Abwechslung ist dieses Geld mal mehr Wert als ein Euro (0,7:1) und dazu kommt das in einigen Geschaeften auch noch die Maerchensteuer (18%) nicht ausgewiesen ist und man schnell mal 50% auf den so billig erscheinenden Preis aufschlagen muss. Es gibt uebrigends eine sehr schone Shoppingmall, Galleria irgendwas. Dort findet man alle Geschaefte die man sonst so auch in Deutschland zu den ueblichen Verdaechtigen in den Malls zaehlen darf, aber leider sind die Preise nach Umrechung auch fast identisch. Natuerlich sind hier auch viele Sachen billiger. Lebensmittel zum Beispiel. Gleich hinter dem Bahnhof gibt es einen grossen Markt der sich in vier grossen Hallen verteilt. Hier gibt es alles was das Herz begehrt, von den Schweineohren (nicht vom Baecker) bis zur Apotheke. Die Hallen haben uebrigends auch die Deutschen waehrend des ersten Weltkrieges als Hangars fuer Zeppeline gebaut. Hinter besagten Hallen steht noch so ein Stalinistischer Prachtbau der dem Kulturzentrum in Warschau sehr aehnlich ist. Werden morgen mal erkunden was sich dort noch verbirgt, fuer heute war das mal wieder genug. Wir speisen gleich noch bei ChiliPica, dem lettischen Gegenstueck zu Pizzahut, und werden dann mal sehen welche Kneipe wir heute beeehren werden!