Hat jemand letzten Sonntag die Anne Will Show gesehen? Thema war der Streik der die Nation bewegt oder eher lahm legt.
Dort wurde der gewagte Vergleich zwischen den Lokführern und Piloten gemacht und festgestellt, dass der arme Lokführer nur die Hälfte verdient.
Mal abgesehen davon, dass der Lohnvergleich falsch war, hat mir das aber doch zu denken gegeben. Die Tätigkeiten des Lokfüheres wird etwas spöttisch auch als eindimensional bezeichnet, denn seine Beeinflußungsmöglichkeiten beschränken sich darauf den Zug langsamer oder schneller fahren zu lassen. Links oder rechts abzubiegen fällt ihm meistens schwer, ganz abgesehen von Bewegungen in der vertikalen… Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten. So wie der Pilot nach erfolgreichem Start meistens den Autopilot einschaltet, ist auch der Lokführer (ICE) ab Tempo 160 arbeitslos, denn dann fährt der Zug vollautomatisch! Der Pilot hat nun noch eine Menge Sprechfunk zu erledigen bevor Langeweile aufkommen könnte, aber was macht eigentlich der Lokführer?
Zurück zur lieben Kohle. Es ist es kein Geheimnis das die Bezahlung meist auch an der Ausbildung. bzw. Qualifikation hängt. Da haben wir einerseits den Piloten der ein Abitur und eine mehrjährige, höchst anspruchsvolle Ausbildung absolvieren muss, an der er sich auch noch mit 50.000 Euro beteiligen darf und auf der anderen Seite der Lokführer der einen guten Hauptschulabschluß oder Realschulabschluß mitbringen und dann eine 2 1/2 jährige Lehre/Ausbildung hinter sich bringen muss. Nun fragen wir uns nochmal ob ein Lohnunterschied von ca. 500 Euro gerecht ist… Übrigends mal wieder eine absolute Zahl ins Spiel zu bringen, die natürlich auch nur ein Mittelwert ist: Inklusive aller Zulagen bekommt der Lokfahrer wohl ca. 1.800 Euro.
Update: Hier noch ein kurzer FAZ-Artikel zu dem Thema
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Mit dem Wort “Lebenszeichen” dürfte ich bei Google inzwischen ganz weit oben stehen… Also lassen wir die Ausreden für die Funkstille der letzten Wochen und machen uns gleich ans Werk.
Ja, ich bin immer noch in Braunschweig und ja, ich fahre (fast) jeden Tag und das ist wirklich gar nicht schlimm! Und nein, der Streik der GDL hat auf mich bisher keine Auswirkungen gehabt, naja fast keine. In der ersten Zeit des Streiks waren die Züge eigentlich noch etwas pünktlicher als sonst. Man erinnere sich, da war es nur erlaubt im Nahverkehr zu streiken und die Fernverkehrszüge hatten freie Fahrt. Im Normalfall komme ich nämlich so mit drei, vier Minuten Verspätung in BS an, die sich der weiße Flitzer in der Regel dadurch einfängt, dass er 400 Meter vor dem Bahnsteig anhalten und darauf warten muss, daß sich so ein lahmer Regionalexpress vom Acker macht.
Auch wieder ein gutes Beispiel für deutsches Planungsgeschick: Dieser Bummelzug hat diese Verspätung IMMER. Das weiss auch die Bahn, aber auf ein anderes Gleis schicken kann sie ihn auch nicht, denn man kommt eben nicht von jedem Gleis ans richtige Ziel! Den Fahrplan des ICE will sie aber auch nicht ändern, denn theoretisch schafft er es ja. Die Braunschweiger Verkehrs AG hat den Fahrplan ihrer Busse am Hbf natürlich auch auf den Fahrplan der DB abgestimmt. Die weiß zwar auch das dieser ICE mit hunderten von Pendlern (ich übertreibe nur unwesentlich) ein paar Minuten Verspätung hat, aber.. sorry Jungs.. Planungsgrundlage ist der offizielle Fahrplan der DB..! Das tut meiner Gesundheit auch sehr gut, denn dadurch das ich meinen Bus nie erwische und der auch nur alle 30 Minuten fährt, bin ich fleissiger Radler geblieben/geworden.
Also hatte ich eigentlich gar keinen Grund an eine Lösung des Lokführerstreiks zu denken, aber seitdem die angeblich unterbezahlten Hauptschüler auch den Güter- und Fernverkehr lahmlegen dürfen, ist es mir nun doch ein Anliegen geworden.
Mein Vorschlag:
Das Problem ist doch dieses. Der Bahnvorstand kann unmöglich die Forderung von 30% Lohnsteigerung erfüllen, weil sonst die restlichen 200.000 Bahner auch mehr haben wollen und soviel Kohle ist auch dann nicht da, wenn der Vorstand ehrenamtlich arbeiten würde. Herr Schell kann aber nicht mehr vor seine Genossen treten ohne genau das erreicht zu haben. Die Lösung: Herr Schell stibitzt sich die Streikkasse und verbringt einen ruhigen Lebensabend in einem Land, in dem er vor Lokführern sicher ist. Die Lokführer müssen wieder ihrer eindimensionalen Tätigkeit nachgehen und ich kann beruhigt weiter Fahrrad fahren…
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