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Tel Aviv mit dem Fahrrad erkunden

Als wir uns am Sonntag mit Shauli und Familie getroffen hatten, wurden wir spontan dazu eingeladen Tel Aviv mit dem Fahrrad kennenzulernen. Als die Beiden vor zwei Jahren in Berlin waren hatte ich das mit denen auch gemacht.

Fahrradfahren in einer Großstadt des Nahen Ostens? Lebensmüde? Was man für Jerusalem wahrscheinlich bejahen müßte ist in Tel Aviv ganz anders. Die Stadt ist gerade einmal 100 Jahre alt und bestimmte Neuerungen, wie etwa Radwege, sind tatsächlich ganz normal. Die sind auch hervorragend geeignet, um herauszufinden, ob man sich gerade noch in Tel Aviv oder vielleicht schon in z.B. Ramat Gan befindet. Die Stadt ist inzwischen mit ihren Nachbarstätten so verwachsen. dass die Übergänge fliessend sind. Nun könnte man meinen, dass es doch sinnvoll wäre den ganzen Klumpatsch zusammen zu legen und eine große Stadt daraus zu machen, wie. z.B. Groß Berlin. Aber auch hier wiehert der Amtsschimmel und die Bürgermeister von Ramat Gan, Giw’atajim etc. können gar keinen Enthusiasmus dafür entwickeln, ihre Arbeitsplätze abzubauen. Da jedoch keine Beschilderung darauf hinweist, wann man die eine Stadt verlässt und die andere betritt, sind die Radwege ein sicheres Kennzeichen, dass man sich gerade in Tel Aviv befindet und wo sie enden ist meistens auch die Stadtgrenze. Damit kein falscher Eindruck entsteht, Tel Aviv ist kein Fahrradfahrerparadis. Dort wo keine Radwege sind muss man nicht auf die Rücksicht von Autofahren hoffen und für die meisten scheint das Fahrrad im Wesentlichen ein Sportgerät zu sein und nicht unbedingt ein Fortbewegungsmittel das ein Auto ersetzen kann. Trotzdem macht es Spaß die Stadt auch mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. Am alten Flugahfen vorbei geht es auf dem neuen Baywalk zu einem Strand den wir bisher noch nicht kannten. Ein Träumchen hinter einem Wellenbrecher, wie unser Strand in Ahrenshoop. Ein kleines Manko: Die Wellen sind hier so stark, dass man eigentlich nur soweit hinein kann wir die Füße Grund finden.. oder eben mit einem Surfbrett um eben jene zu reiten.

Am Abend gibt es noch eines der legendären Familiendinner auf der Dachterasse von Liors Tante. Diese Terasse ist mal locker so groß wie unsere letzte Berliner Wohnung und das in einer Stadt in der die Mietpreise so hoch sind, dass die junge Generation schon seit Wochen auf die Straßen geht, um ein bezahlbares Leben einzufordern. Das Essen ist wie gewohnt Spitze, wie auch die letzten Tage an sich eine Fressorgie ohne Ende war. Heute ist leider schon unser letzter richtige Tag, morgen geht unser Flieger zwar erst um 18:30 Uhr, aber da man 2-3 Stunden vorher am Flughafen sollte, können wir anfangen die Stunden zu zählen.

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