qwertz

12. Juli, 2009

nIceland

Gespeichert unter: Uncategorized — Schlagworte: — falko @ 11:52

Land der Superlative: Die meisten Autos pro Bewohner, die meisten Autoren, die höchste Lebenserwartung in Europa, die höchste Selbstmordrate… Wie man sieht bleiben nur wenige Wünsche offen. Achja, eines hätte ich fast vergessen: Das teuerste Reiseland der WELT!!! Die Wirtschaftskrise hat zwar das ihre dazu beigetragen, die Reisebörse zu entlasten, aber trotzdem sind einige Dinge immer noch sündhaft teuer. Zum Beispiel Mietwagen. Ohne kommt man einfach schlecht durchs Land, auch wenn ich ehrlich überrascht war, wo einem Busse überall begegnet sind. Auch an Orten die man mit dem normal PKW gar nicht erreicht (Landmannalaugar, þórsmörk). Wenn man gleich die Königsklasse, sprich die Allradfahrzeuge, begehrt, dann sollte man auf Preise eingerichtet sein, bei denen der Kauf wirklich eine Überlegung wert ist. Ein gewöhnlicher Geländewagen kostet zur Zeit für 18 Tage rund 3.500 €! Mieten nicht kaufen!! Wenn man ein solches Gefährt sowieso sein Eigen nennt und ihm die isländischen Straße/Pisten antun will, dann sind ca. 1.500 Euronen für die Fähre eine Alternative. Gleiches gilt für das eigene Wohnmobil. Apropos, die Schlafsackunterkünfte (Doppelbettzimmer, ohne Bettzeug) die wir uns angetan haben, haben im Durchschnitt ca. 7.000 ISK gekostet und waren alle o.k. Jugendherbergen lagen bei ca. 5.000 ISK. Ansonsten sind die Kosten übersichtlich, vorausgesetzt man kocht selber und kauft nur im Supermarkt ein. Sehr erfreulich ist die Einstellung der Isländer zu Eintrittsgebühren. Die meisten Sehenswürdigkeiten hat hier Mutter Natur gemacht und dementsprechend erhebt auch keiner Verwertungsansprüche. Wo man in Deutschland (und anderswo) erst am Parkplatz und später beim Eintritt abgezockt wird, bleibt hier die Freude ungetrübt. Einzige Ausnahme ist die blaue Lagune, die fast jeden Monat die Preise dem Euro anpasst…

Bei der Lagune sind wir schon fast bei meinem Lieblingsthema, einer Einrichtung die fast jeder Isländer sein Eigen nennt: Der Hotpot! Eine überdimensionierte Badewanne bei der auch Besuch mit hineinpasst (ca. 2 m³). Die steht nicht etwa irgendwo im Keller und gammelt vor sich hin (wie wohl die meisten Saunas in Deutschland), sondern sie steht im Freien, also im Garten und drin sprudelt immer ca. 40 °C warmes Wasser. Immer! Meint 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, natürlich auch im Winter! Was dem umweltbewussten Teutonen wohl einen Herzkasper verursacht, ist hier dank Geothermie das Normalste von der Welt. Und es gibt nichts Schöneres als nach einem anstrengenden Tag in den Hotpot zu sinken und die letzten Sonnenstrahlen aufzusaugen. Vom Thema Hotpot bekommen wir wunderbar den Übergang zum nächsten Highlight: Wasser. Kann man aus jedem Bach trinken und davon ausgehen, dass es sauberer und bekömmlicher ist als alles was in Deutschland im Regal steht. Die Seen sind so klar das man problemlos 7 – 8 Meter tief schauen kann und noch alles erkennt. Etwas was ich mir dieses mal verkniffen habe ist Tauchen. Bringt man vielleicht nicht gerade mit Island in Verbindung, aber wo auf der Erde kann man bei einer Sicht von bis zu 100 Metern über dem Riss zweier Kontinentalplatten schweben? Steht aber schon auf der todo Liste für das nächste mal.

Davon abgesehen sind die Isländer um viele Sachen auch nicht zu beneiden, hier ist die Natur tatsächlich noch eine Herausforderung die es zu bewältigen gilt. Das hier alles ziemlich teuer ist liegt eben auch daran, dass 300.000 Menschen die Infrastruktur eines Landes gewährleisten müssen, das so groß ist wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Laut Aussage erfahrener Islandreisender kostet der Urlaub aber aktuell nur noch die Hälfte von dem was es noch vor zwei Jahren war. Also lohnt sich der Urlaub hier? Mit dem gleichen Geld kann man zweifelsohne auch anderswo (einen längeren) Urlaub machen, aber Island ist auf alle Fälle eine Reise wert. Die Leute waren alle sehr nett und was die Natur hier bietet ist schon grandios und einmalig. Wie Skandinavien? Nein, Skandinavienfeeling ist hier kaum aufgekommen, es fehlt der Duft frischer Wälder, die sind hier nämlich Mangelware.

P.S.

Etwas hätte ich beinahe vergessen: Skyr! Zählt zur Kategorie der Milchprodukte und könnte meiner Meinung ein richtiger Renner in Deutschland werden. Jedenfalls würde MüllerMilch’s überzuckerte Plörre in den Regalen „kleben“ bleiben. Leider in Deutschland nicht zu bekommen, aber beim nächsten Dänemarkurlaub mal die Augen aufhalten.

So long

Falko Dietersson & Claudia Karl-Heinzdottir

11. Juli, 2009

Island schlägt Deutschland

Gespeichert unter: Uncategorized — Schlagworte: — falko @ 11:50

Island schlägt Deutschland und zwar in einer Disziplin in der es das selten tut, im Wetter! Die letzten Tage in Reykjavik waren Sommertage wie sie Deutschland wohl in der letzten Woche hatte. Dieser Sommer soll ja hier die höchsten Temperaturen seit der Wetteraufzeichnung bringen,.. munkelt man…. Aber zurück zum Donnerstag. Sind gemütlich von Borganes wieder nach Reykjavik gefahren und haben pünktlich unseren Wagen wieder abgegeben. Auch wenn er sichtlich gealtert aussah, gab es keine Probleme bei der Übergabe. Die letzten zwei Tage haben wir dann noch alles das erkundet, was diese Stadt zu bieten hat und einfach auch viel in der Sonne gelegen. Es gibt hier einen kleinen Strand, an dem man ohne Thermoanzug im Atlantik baden kann. Und zwar weil hier vom Morgen bis zum Abend warmes Wasser in die künstliche Bucht gepumpt wird, bis die Temperatur erträglich ist! Ist doch ganz einfach, wieso machen wir das nur an der Ostsee nicht?… ;) Und dann waren wir natürlich auch noch an der Blauen Lagune, nein Brook Shields ist uns nicht halbnakich über den Weg gelaufen, eine andere Blaue Lagune. Auch wenn das Ganze ein ziemliche Tourinepp ist (Isländer sieht kaum welche), die Lagune ist schon klasse. Mitten in einem Lavafeld, in seinem tristen Grau mit graugrünen Moosflecken schlängelt sich ein dampfendes blaues Badebecken. Ein Teil hat man mit einer Heilklinik, neudeutsch Spa, verschandelt bebaut, für das tatsächlich mal Eintritt verlangt wird. Dieser ist in diesem Jahr angeblich schon dreimal erhöht worden, bis man sich jetzt dazu hingerissen hat den Preis auf der Webseite gleich in Euro anzugeben. Wenn man sich durch die Hightech-Umkleide hindurch gefunden hat, kommt man sich vor wie auf einer Oral Gangbang-Party. Ob alt, jung, dick oder dünn, alle haben sich mit dem Heilschleim eingeschmiert (vorzugsweise im Gesicht oder auch Ganzkörper), der aufgrund seiner Farbe und Konsistenz eine gewissen Ähnlichkeit mit XXXXXX nicht verleugnen kann. Die milchig blaue Brühe ist hoffentlich auch so gesund genug, habe mich jedenfalls nicht mit der Pampe eingerieben, nur Madame war danach so schön, das ich sie kaum wiedererkannt habe :)

8. Juli, 2009

Island in a Nutshell

Gespeichert unter: Uncategorized — Schlagworte: — falko @ 11:13

Hatten ja eigentlich gehofft, dass wir unser Luxusappartement für uns alleine hätten, nachdem die Dänen heute morgen abgezogen sind, aber leider können auch wir nicht bleiben. Heute Nacht sind schon alle Zimmer vergeben. Das ist der Preis wenn man flexibel und spontan bleiben will. Aber heute wollen wir erst einmal Snæfellsnes erkunden. Von Gistiúsið geht es entlang der Küste nach Westen und dann über die 54 nach Ólafsvík. Hier ist einer der möglichen Aufstiege zum Snæfellsjökull, dem Ort, der die Esoteriker von überall anlocken soll (haben noch keine gesehen, glaub ich). Der nächste Ort ist Rif, ein kleiner Fischerort der eine besonderheit hat: Vögel. Schon am Orteingangsschild wird der Autofahrer vor tieffliegenden Vögeln gewarnt und das nicht ohne Grund. Im Luftraum ist jedenfalls mehr Verkehrs als auf dem Boden. Was am Boden bleibt wird vollgeschissen! Das Lands End auf Snæfellsness heisst Öndverðarnes, ein kleiner Leuchtturm mitten in einem Lavafeld. Dementsprechend stehen auch noch mehrere Krater zu Exploration offen, in jeder möglichen Variation. Haben ja schon viele gesehen, in manchen liegt Schnee oder Wasser, in machen kann man reinklettern oder auch nur reinsehen, aber hier ist der erste in den man mit dem Auto hineinfahren kann. Hat Amphietheateratmosphäre! Von allen wurde die Steilküste von Arnastapi empfohlen, aber sie teilt das Schicksal mehrerer Orte hier, vollgeschissen. Aber das beste sind die Küstenseeschwalben. Wenn ein unkundiger Touri die Abkürzung über die Wiese nimmt wird er sofort aufs Korn genommen. Wahrscheinlich brüten die gefiederten Sturzkampfbomber dort, aber was dann passiert kann einen nur an Hitchkocks Klassiker die Vögel erinnern. Wie auf Kommando stürzt sich ein Schwarm auf den Eindringling und hackt auf ihn ein. Ein mehr als unterhaltsames Schauspiel, wenn man im Restaurant gegenüber sitzt und dabei in aller Ruhe seinen Kaffee trinken kann. Die Hände über den Kopf stolpern die Opfer über die Wiese… Ein einfacher Trick besteht darin nicht über die Wiese zu laufen, aber die Küstenseeschwalbe ist manchmal auch mit der Führung der offizielle Pfade nicht einverstanden und dann sollte man einen Stock dabei haben. Nicht um damit zu schlagen, dafür sind es zuviele und vor allem zu flinke Plagegeister. Man muss den Stock nur über den Kopf halten und schon wird nur noch das obere Stockende angegriffen. Kurz hinter Arnastapi geht die Piste zum Snæfallsjökull ab. Die Karte läßt sich nicht so richtig darüber aus, ob das nun eine F-Straße ist oder nicht, jedenfalls sieht man nur 4WDs den Anstieg wagen. Aber inzwischen sind wir isländische Pistenprofis und gestern erst hat mir ein Deutscher, der 20 Jahre auf Island gewohnt hat, erzählt, dass er früher überall hin mit dem Käfer gekommen ist… Auf halber Strecke gibt es noch die Sönghellir, eine Höhle in der man Trollgesänge hören kann, angeblich.. Wohl aber nur wenn man zu stark an die Decke gestoßen ist. Die Höhle ist ziemlich klein und was Reisende hier oben getrieben haben sollen ist mir eh ein Rätsel. Der Anstieg wird immer steiler und inzwischen ist rechts und linke nicht mehr nur vereinzelt Schnee zu sehen. An der Ski-Scooter Station ist dann Schluß für uns. Die Straße geht noch weiter und endet wie erwähnt in Ólafsvík, aber wir mach kehrt Marsch! Um noch mehr von den Fjorden zu sehen machen wir auf der 56 einen Schlenker an die Nordküste. Am Álftafjörður entlang, hat man einen wunderbaren Blick auf die Inseln und Inselchen um Gvendareyjar im Breiðafjördur. Inzwischen geht die Uhr schon auf 20:00 Uhr und wir haben noch keine Unterkunft. Aber eine Sehenswürdigkeit wollen wir uns nicht entgehen lassen, die Gullborgarhellir (= Höhle). Sie soll nicht nur ziemlich lang sein, sondern auch noch Tropfsteinformationen haben. Der Nachteil, sie liegt in einem Lavafeld und ist laut Beschreibung nur durch eine eingestürzte Decke zu erreichen. Es gibt auch keinen ausgeschilderten Pfad, man sollte den nächsten Bauern fragen, der würde einem vielleicht weiterhelfen…. Dessen Gastfreundschaft wollen wir zu dieser Uhrzeit aber nicht mehr auf die Probestellen. Bis zum Kegel des Gullborg finden wir den Pfad alleine, aber dann geht die Suche los. Höhlen gibt es hier hunderte, kleine größere und welche ist der Eingang zu der von uns gesuchten? Ein wenig mulmig ist einem schon wenn man so mutterseelenalleine über ein Lavafeld läuft das nur so mit Hohlräumen gespickt ist, jeder zweite Tritt hört sich hohl an und könnte tiefer gehen…. Nach einer Stunde, die an sich schon ein Erlebnis war, geben wir auf. Haben vielen Höhlen entdeckt, aber die gesuchte war wohl nicht dabei. Jetzt ist es bald 21:30 Uhr und wir haben Glück, dass wir in der JH Borgarnes noch ein Zimmer bekommen, jute Nacht!

7. Juli, 2009

Die Westküste und die Ausserirdischen

Gespeichert unter: Uncategorized — Schlagworte: , — falko @ 11:11

Haben heute morgen den Rechenschieber raus geholt und festgestellt, dass wir doch noch einen Tag länger Autobesitzer sind als bisher angenommen. Hätten also doch noch weiter in den Osten vordringen können, vor allem, da in Höfn das Wetter deutlich besser war und an der Ostküste überhaupt gutes Wetter vorausgesagt ist. Aber stattdessen haben wir uns entschlossen heute in eine ganz andere Ecke zu fahren. Hendrik und Carlo hatten uns gestern Snaefellsnes empfohlen, „Iceland in a nutshell“ und außerdem der esoterische Mittelpunkt der Welt. Der Gletscher Snæfellsjökull soll nicht nur regelmäßig Außerirdische anziehen, die Kraft der Erde ist an diesem Punkt gebündelt. Liegt ja auch auf der Hand, schließlich beginnt hier die Reise zum Mittelpunkt der Erde. Letztendlich war aber entscheidend, dass wir noch etwas Abwechslung zur Südküste haben wollten und das möglichst in max. 2-3 Autostunden Entfernung von Reykjavik. Also haben wir in Zeitraffer nochmal alles an was wir in den letzten 10 Tagen gesehen haben an uns vorbei fliegen lassen. Verkürzt hat uns die Fahrt ausnahmsweise das isländische Radioprogramm, indem es Klassiker von Zarah Leander, Lale Andersen und Marlene Dietrich spielt. Am frühen Nachmittag passieren wir die Hauptstadt und danach geht es direkt weiter auf der 1 nach Norden. Vor uns liegt nicht nur einer der größten Fjorde des Landes, sondern auch der längste Tunnel um genau jenen welchen zu unterqueren. Es ist die einzige Mautstraße des Landes und die 800 ISK sind es uns Wert mal 165 Meter tief unter die Oberfläche zu flitzen. Über Borganes geht es weiter auf der 54. Inzwischen ist es schon später Nachmittag und die Sonne lacht vom Himmel. Man muss regelrecht aufpassen, dass man die Zeit zur Suche nach einer Unterkunft nicht verpasst. Versuchen auf gut Glück beim erst besten Hof der uns gefällt und Zimmer vermietet. Volltreffer, nicht nur Blick auf das Meer und den Snæfellsjökull auch einen eigenen Hotpot! Müssen uns das Appartment zwar noch mit einem dänischen Pärchen teilen, aber die sind pflegeleicht. Ein kurzer Spaziergang am Strand und dann ab in die Heia.

6. Juli, 2009

Meilensteine

Gespeichert unter: Uncategorized — Schlagworte: , — falko @ 11:04

Heute ist unser vorletzter motorisierter Tag in Island, weiter nach Osten zu fahren hat kaum noch Sinn. Da hier heute der Regengott regiert haben wir trotzdem Gummi auf die Straße gebrannt und sind bis Höfn gefahren. Hier ist die Südküste offiziell zuende und auch die Küstenform ändert sich. Ab hier gibt es ab und zu mal einen Fjord, die Dinger die an sich den ganzen Norden der Insel prägen. Und auch Balder hat seine gütige Hand über uns gehalten und die Sonne lacht vom Himmel. Am Wochenende war in Höfn noch das Lobsterfestival und am Geruch kann man schon erkennen womit man hier sein Geld verdient. Das kleine Örtchen ist wirklich schön gelegen, drei Gletscher haben den weissen Teppich ausgerollt und vom Meer kommt eine (arsch)kalte Brise. Hier ist nun also der östlichste Punkt unserer Reise!

Auf dem Rückweg machen wir nochmal bei den Gletscherseen halt. Besseres Wetter bedeutet aber auch mehr Publikum. Trotzdem bekommen wir noch das volle Programm geboten. Direkt vor meiner Nase bricht ein Eisberg auseinander und zwei Seehund planschen im Wasser und posieren für die Kameras. Am schwarzen Strand liegen etliche kleine Eisbrocken und warten wie gestrandete Waale auf ihr Ende. Wie funkelde Diamanten in schwarzem Samt liegen sie da und funkeln während das Meer an ihnen nagt.

Zuhause angekommen treffen wir die beiden deutschen Radler aus Deutschland wieder. Die Welt ist klein, diesen Spruch wird man früher oder später auf jeder Reise hören. Und auch diesmal … Wie sich herausstellt ist Hendrik ein Freund von Lars, Claudis Arbeitskollegen aus München. Darauf ein, zwei Bier, gute Nacht.

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